Die Retro Ronde van Vlaanderen 2012

Wenn wir in diesem Jahr einen ausführlichen Bericht über die Retro Ronde schreiben würden, würde er sich fast genau so lesen, wie unser Artikel aus dem letzten Jahr: Die Retro Ronde 2011. Voller Begeisterung und Lob, für Land, Leute, Räder und die gesamte Veranstaltung. Besser geht’s kaum.

Ein paar Dinge gibt es allerdings noch zu ergänzen, immerhin macht man ja auf Reisen immer wieder neue Erfahrungen. Nur die besten haben wir in Gent gemacht: Tolle Stadt, viel Kultur, schöne Läden. Uns wenn man bei einem netten kleinen Italiener im charmanten Szeneviertel ein Mittagsmahl einnimmt, sollte man nicht vergessen, nach einem guten Fahrradladen zu fragen. Man wird prompt auf eine unglaubliche Zeitreise geschickt und darf Unmengen spannender Klassiker bewundern. Wo genau? Verraten wir nicht, wir appellieren an den detektivischen Ehrgeiz unserer Leser.

Klassiker finden sich in Flandern übrigens allerorten: Direkt um die Ecke von Oudenaarde gibt’s den legendären Koppenberg. Die hochprozentige Steigung mit Kopfsteinpflaster hat es in sich, eine Erfahrung der besonderen Art. Gerne auch zu Fuß. Rennradfahren oder schieben auf geschichtsträchtigem Boden.

Ein weiterer legendärer Klassiker aus Flandern wartete übrigens bei den Startunterlagen: Freddy Maertens. Der Radweltmeister von 1976 und 1981 und Gewinner unzähliger Rennen half mit entspannt-souveräner Art nicht nur bei der Akkreditierung für die Ausfahrt. Und im Museum gibt es ausserdem zahllose Schätze aus seiner aktiven Zeit zu bewundern.

Am Samstag war der Besuch des Teilemarkts wieder Pflicht, auch wenn unser Auto bereits auf der Hinfahrt so voll war, dass wir nur bei Klitzekleinigkeiten zuschlagen konnten. Andere Besucher waren uns dankbar und haben Räder, Rahmen, Teile und komplette klassikerkompatible Outfits erstanden.

Hier einige Bilder vom Teilemarkt sowie von den Rädern der FahrerInnen, die zu bewundern waren. Wir hoffen, Bikeporn-Liebhaber kommen bei unseren schummerigen Fake-Polaroid-Bildern voll auf ihre Kosten.

Die Ausfahrt selbst war wiederum mit besonders viel Herz und Hirn organisiert und dieses Mal mit über 400 TeilnehmerInnen weitaus besser besucht als im Vorjahr. Noch ist aber eine fast familiäre Atmosphäre der große Pluspunkt gegenüber der großen „Schwesterveranstaltung“ in Italien, aber auch mehr Teilnehmer lassen uns nicht Bange werden, dass der Charme leiden könnte. Bis ins Detail spürt man die Freude und Klassikeraffinität der Organisatoren sowie deren gute Vernetzung in der Region. Strecke, Verpflegungsstationen, Abschlussveranstaltung – alles ganz hervorragend. Und die von den Teilnehmern aufgefahrenen Renner haben uns manchmal furchtbar neidisch gemacht. In diesem Jahr gab es vor allem einige wirkliche Highlights von der britischen Insel zu bestaunen.

Hier einige Eindrücke von unterwegs, den Verpflegungsstationen, den FahrerInnen, dem Helden mit dem Hochrad, der tatsächlich die 70km-Strecke absolviert hat und der tollen Landschaft, die sich mit Ausnahme eines heftigen Regengusses von ihrer besten Seite zeigte:

Erwähnen sollten wir noch die unfreiwilligen kulinarischen Grenzgänge, die man in Belgien unternehmen kann, wenn „Kleine Schweinchen“ keine Gäste wünschen. Abenteuer der ganz besonderen Art. Dafür können die Italiener einiges, nur nicht Fußballgucken.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für eine großartige Veranstaltung und eine tolle Ausfahrt! Es hat viel Spaß gemacht. Und wir empfehlen allen Interessierten die Teilnahme in den kommenden Jahren.

Hier gibt es die offiziellen Bildern der Veranstalter zur RetroRonde 2012 und weitere Infos: http://www.crvv.be/en/museum/activities/retroronde

Ein kleines Highlight zur Flandernrunde aus der wunderbaren Radsportzitatesammlung möchten wir nicht unerwähnt lassen:

„Die Flandernrundfahrt ist für Männer, die mit Schweinen hinter’m Haus aufgewachsen sind, und nicht für feine Pinkel.“

Hugo Camps, niederländischer Journalist, über Michael Boogerd

Tot ziens!

Eure Klassikermannschaft

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