Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude

Wir sind überzeugt, dass Friedrich Hebbel bei diesem Spruch nicht unbedingt an die Klassikerausfahrt gedacht hat, aber wir stimmen ihm angesichts unserer Mairunde vollständig zu. In jeglicher Hinsicht. Selbst der Pannenteufel war gut gelaunt: nur eine abgesprungene Kette, nicht mal einen Platten gab es zu vermelden.

Am Morgen versammelte sich bei frischen 8° C und strahlendem Sonnschein erneut eine eindrucksvolle Equipe bei Ricci Sports. Es gab hochkarätige Boliden aller Zeitepochen zu bewundern, knapp 50 Renner aus Stahl, Alu und Carbon schmückten den Gehsteig.

Zum Auftakt gab es Croissants und Kaffee, den ein versierter Blogger und Retro-Fachmann nutzte, um Spendendose mit einem Vintage-Look zu überziehen. Vor der Tür feierte der Pragmatismus Hochkonjunktur: ein Sportsfreund sinnierte beim Genuss der Morgenkippe darüber, ob es angesichts der geplanten 6-Hügel-Tour sinnvoll gewesen wäre, statt des 21ers ein 23er Ritzel zu montieren. Wohl dem, der diese Sorgen hat.

Pünktlich um 11:00 Uhr rollte das Peloton los. Kurz vorm ersten Anstieg kamen wir nicht daran vorbei, unsere jungen Kollegen vom Team von www.jugendstilbikes.de auf das vorhandene kleine Blatt hinzuweisen. Die Jugend tritt gerne dicke Gänge. Kennen wir, wir waren auch mal jung. Heutzutage frustet uns das nur, wenn jugendliche Waden die 15% Steigungen mit 52-21 einfach wegdrücken. Daher haben wir erstmal klugscheißernde Geschichten von Trittfrequenz und Motorik erzählt. Das half. Man schaltete netterweise runter. Danke dafür.

Kurz vor der Grafenberger Rennbahn bogen wir von der Straße ab, die anschließende fiese Schotter-Schlagloch-Piste ließ umgehend einige FahrerInnen die Härte des eigenen Sattels erleben. Es folgten 200m Landstraße und schon wartete unser Eldorado, die Hubbelrather Alpenregion, mit ihren 6 Hügeln auf uns. Fahrerinnen und Fahrer mit guten Beinen konnten sich ab sofort an der schönen Landschaft erfreuen, alle anderen konzentrierten sich auf ihre kleinsten Gänge, Trittfrequenz und Wadenmuskulatur.

Auf den Bergkuppen wurde gewartet, lockere Plaudereien und Schnappatmung in trauter Eintracht nebeneinander. Heranfahren versprengter Fahrer an die Gruppe war diesmal selbst ohne Sichtkontakt möglich, Passanten zeigten immer in die Richtung und lieferten Zeitangaben mit. „Jetz gebense ma Gas, die sin schon zwei Minuten wech“. Danke. Wir fallen auf.

Nach dem sechsten Hügel wurden wir alle langsam warm, statt wie üblich heimwärts zu radeln, ging es gegenüber des einschlägigen Etablissements „Die Eule“ wieder aufwärts. Verschlungene Pfade inklusive einer langen Abfahrt führten uns schließlich zur Essener Straße in Mülheim Mintard, im Volksmund auch Esel genannt. Dieser wurde ohne Umschweife erobert, oben angekommen schaltete unser Grupetto Sportif unisono auf das große Kettenblatt, um mit flottem Tempo im wahrsten Sinn des Wortes den Heimweg anzutreten.

Auffällig auch hier wieder Brücken-Sprintattacken des Kollegen der Jeans-Abteilung, garniert mit Gepäckträger samt Umzugskoffer. Alle Achtung, kein Pussykram.

In Lohausen kreuzte ein Zug von lustigen Luftballon-geschmückten Sternfahrt-Radfahrern unseren Weg. Wir ließen sie – bis auf die blauen Schlusslichter – höflich passieren. Als wir nach gnadenloser Aufholjagd die Strecke der Sternfahrt ein zweites Mal und dieses Mal  v o r  den Rad-Demonstranten kreuzen wollten, verweigerte uns die Rennleitung dieses Unterfangen an der Klever Straße. Zum Glück gibt es an dieser Stelle eine U-Bahn-Unterführung, so dass wir den Tross kurzerhand untertunnelten. Knapp 50 auf Cleats über Steinboden watschelnde Radfahrer haben schon einen ganz eigenen Reiz. Leider können wir nicht mit Bildern dienen, unsere Kamera hat sich bereits einige km vorher zur Ruhe begeben.

Ruhe fanden wir dann auch, der Nachmittag klang entspannt mit Kaffee und Kuchen für alle aus.

Hier und hier gibt es übrigens Blogbeiträge zu unserer Mairunde, viel Spaß beim Lesen…

Wir sehen uns am 7. Juni zur Rommerskirchen-Runde. Wer dabei sein möchte, kann umgehend eine Mail mit Betreff Rommerskirchen 2014 an uns senden und sich anmelden. Die Ausfahrt ist limitiert auf 100 Teilnehmer in zwei Gruppen. Espresso für die Speed-Freaks und EPO-User, Cappuccino für dopingfreie Stahlwaden. Mehr dazu bald hier…

Alles Gute

Eure Klassikerbrigade

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