Hechle, du Sau: Die Klassikerausfahrt im September.

In den letzten Monaten hat sich abgezeichnet, dass die Gruppe der Fahrerinnen und Fahrer bei der Klassikerausfahrt immer größer wird und die Erwartungen und Leistungsunterschiede innerhalb des Pelotons weit auseinander gehen. Hier besteht sicherlich in der nächsten Saison Handlungsbedarf. Aber wir sind froh, dass wir die Septemberrunde ohne Blessuren beendet haben. Und der Spaß kam ja eigentlich auch nicht zu kurz…

Bereits um 10:30 Uhr war unser Innenhof auf der Talstraße gut gefüllt, Stammgäste und Debütanten fachsimpelten über tausend Radgeschichten. Etliche Kannen unseres Hi-End-Turbo-Koffein-Drückerkaffees brachten die Motoren in Schwung, pünktlich um 11:00 Uhr starteten wir zur letzten Ausfahrt der Saison. Der Kö-Lauf zwang uns zur ersten Improvisation, es ging via Graf-Adolf-Straße und Toulouser Allee bei Ricci Sports vorbei Richtung Grafenberg, dann weiter Richtung Rath. Der fabulöse Anstieg am Bauenhaus verursachte bei einigen erste Schmerzen, das Feld zog sich zum ersten Mal in die Länge. Eine Reifenpanne am Fuße der unendlichen Rampe Hölenderweg teilte die Gruppe, die Bergfahrer warteten oben, während unten erst geflickt, später dann geschoben wurde.

Kaum vereint flog die Gruppe über Wirtschaftswege und kleine Straßen Richtung Angerbachtal. Im Tal angekommen konnten wir nicht anders: wir warteten. Weil es dort so wunderschön ist. Und weil jemand im zweiten Teil des Feldes eine Panne hatte. Komplizierend kam hinzu, dass Empfangsschwierigkeiten beim Mannschaftsfunk keine Absprachen zu ließen. Aufgerieben zwischen den einzelnen Grüppchen ging der erste und beste Mann am Ende des Feldes verloren. Doch die Einzelteile des Pelotons fanden nach Absprachen wieder zusammen und konnten die Fahrt fortsetzen. Die anschließende Suche nach unserem Edelhelfer forderte jedoch erneut ein Opfer: ein Fahrer raste an der Abzweigung vorbei und wurde die nächsten vier Stunden nicht wieder gesehen.

Währenddessen fuhr sich der Schreiber dieser Zeilen in Begleitung die Lunge aus dem Hals, um das Peloton wieder einzuholen. Da die gesamte Gruppe es sich zum Ziel gemacht hatte, an jedem Berg mal kurz anzuhalten oder eine Panne vorzutäuschen, gelang die Zusammenführung relativ fix.

Unser Plan, die legendäre 6-Hügel-Tour einfach mal umzudrehen, zauberte halt keine 6-Täler-Runde. So langsam machte es sich bemerkbar, dass nicht jeder Fahrer am Morgen eine Tasse unseres „Ich-bin-sechzehn-Tassen-Espresso“-Kaffees genossen hatte, die Zeit der Leiden begann. Damit nicht alle mitleiden mussten, entschlossen wir uns kurzerhand, die Gruppe für den Heimweg zu trennen. So winkten wir der schnellen Abteilung beim Abschied wehmütig zu und rollten im Energiesparmodus dahin.

Unterwegs passierte, was passieren musste: eine letzte Reifenpanne wurde zur Geduldsprobe. Gefühlte 3 Stunden nach der schnellen Gruppe erreichten wir schließlich den Innenhof der Schicken Mütze. Hunger, Durst und dicke Beine waren jedoch schnell vergessen, unsere Verpflegung in der Mütze zauberte wieder ein Lächeln auf viele Gesichter. Und unser verlorener Mann fürs Ende saß, den heiligen Domestiken der Radgeschichte sei Dank, auch im Café. Ende gut, alles gut.

Im Rückblick betrachtet können alle amüsiert lächeln. Das Finale lieferte schließlich abenteuerliche Geschichten in rauen Mengen. Und wer schön sein will, muss bekanntlich auch mal leiden. Im nächsten Jahr gehen wir alle nach bedingungslosem Wintertraining fit und trainiert an den Start, dann fliegen wir nur so über die Hügelchen.

Jetzt werden wir uns erstmal mit der Planung einer Ausfahrt mit dem charmanten Namen „Dicke Hose“ beschäftigen. Unter dem Banner der Schicken Mütze werden wir eine flotte Runde in kleinen Gruppen anbieten. Und dann nähert sich der Winter ja auf dicken Reifen. Im letzten Jahr hatten wir bekanntlich viel Spaß mit dieser lustigen Tour namens Winterschlampenparade. Das sollte sich doch irgendwie wiederholen lassen…

Also, liebe Klassikerfreundinnen und -Freunde, schön die Hände am Lenker lassen, es bleibt spannend.

Bis bald, Eure Klassikerbrigade

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2 Responses to Hechle, du Sau: Die Klassikerausfahrt im September.

  1. avatar Daniel says:

    Servus Klassikerausfahrt,

    wo wir schon bei Planungen sind (Schlampenparade, Dicke Hose): Gibt es schon Planungen für den 4. Bahntag? Der Tradition folgend müsste es im Januar (in ca. 100 Tage) sobald sein 🙂

    Viele Grüße
    Daniel

  2. avatar Bernd Sowa says:

    Hai,

    ich wollte mich für den super schönen Tag bedanken. Ich war zu ersten Mal dabei und mir hat alles sehr viel Spaß gemacht. Dass es so viele Pannen gab, habe ich gar nicht bemerkt. Die Tour war super organisiert, mit dem Wetter hatten wir ebenfalls Glück und das Catering in der schicken Mütze war auch vom Feinsten. Wenn ich darf, würde ich gern nächstes Jahr wieder mitfahren, dann hoffentlich nicht mehr mit einer Alugurke sondern mit klassischem Stahl-Equipment.

    Danke und Grüße aus Marburg

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