Für ein wenig mehr Staub… und noch mehr Spaß, Schweiß & andere Leckereien – Die L’Eroica 2011 Pt.II

Unsere Posse versammelt sich, um nun die letzten Kilometer nach Radda in Angriff zu nehmen. Wieder staubt es heftig, die Strassen und die Kehlen werden immer trockener.

In Radda werden wir von Spalier stehenden Niederländern bejubelt, die sich über die fernab der Heimat radelnden Gazellen freuen. Danke für den Applaus, damit gings doppelt schnell durch die Fußgängerzone von Radda.

Am Kontrollpunkt erwarten uns die verkleideten Dorfschönheiten. Allerdings scheint sich deren Spaß beim Stempeln nassgeschwitzer Kontrollscheine in Grenzen zu halten, nur die größten Charmebolzen unter uns vermögen ein Lächeln zu ernten. Wir rasten am Brunnen, gönnen uns Brote mit Olivenöl, mit Schinken und mit Rotwein und schauen dem regen Treiben zu. Hier mischen sich Zuschauer, verkleidete Statisten und Fahrer zu einem dorffestähnlichen, stimmungsvollem Gewusel. Wir füllen unsere Flaschen auf und wollen gerade starten, als wir die halbe österreichische Delegation bei einem Espresso in einem Cafe entdecken. Servus, haben die Ehre.

Weiter geht’s! Es folgt eine lange asphaltierte Strecke mit ordentlichem Anstieg über ein paar Kilometer. Die alten L’Eroica-Kenner haben schon Schauermärchen über die nun eigentlich anstehende kleine, gemeine Rampe in den blauen Himmel erzählt, die nun aber in diesem Jahr umfahren wird. Grund ist ein weiterer Verpflegungsstand, den der örtliche Metzger unterhält. Fingerdicke Salamischeiben mit unglaublich leckerem Brot werden vor seinem Geschäft verteilt. Mitten im Treiben hocken Kinder auf einer Treppe, die ihre Handys weitaus interessanter finden, als diese merkwürdig verkleideten Komiker, die hier mit ollen Rädern durch die Gegend zuppeln.

Gestärkt geht es locker weiter, auch wenn die Strecke nun immer steiler wird. Eine kleine letzte Verschnaufpause mit dem schönsten vorstellbaren Ausblick bei einem nur zu menschlichen Bedürfnis, dann folgt der schon legendäre Anstieg zur Verpflegungsstation zwischen Panzano und Volpaia. Hier bedeckt der Schotter stellenweise einfach nur Felsplatten, die ganze Angelegenheit ist steil, rutschig und schlichtweg grausam zu fahren. Fast alle steigen ab, um die letzten Meter zur Verpflegungsstation hochzuschieben. Dort wartet eine große Palette an Leckereien auf uns. Es gibt toskanischen Bohneneintopf, Früchte, Kuchen, Rotwein, Wasser und Brote. Wir lassen uns im Schatten nieder, genießen Speis & Trank, sehen den Schweinen zu, die uns zusehen und gönnen uns eine Stunde Dolce Vita.

Neben uns verarztet der hier werkelnde Mechaniker im Akkordtempo unterschiedliche Wehwehchen einiger in Mitleidenschaft gezogener Räder. Das Wiener RIH eines österreichischen Kollegen wird auch kurz behandelt, das Hinterrad ist innerhalb kürzester Zeit vom Schlag befreit, danach geht es weiter. Schotter, Staub & Schweiß und die letzten Kilometer warten auf uns…

Demnächst folgt das große Finale der Staub Trilogie…

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